Orthopädie & Osteopathie

Behandlungen

an der Algarve, Portugal


Ich biete einen ganzheitlichen Ansatz zur orthopädischen Medizin an, mit Schwerpunkt auf Diagnosestellung und verschiedenen Behandlungsoptionen von traditioneller Orthopädie über Chirotherapie bis hin zur Osteopathie.
— Lisa Buddrus

Über mich

  • 2023- heute

    Privatpraxis, Clinica Medilagos- Lagos- Portugal

    2021- heute

    Privatpraxis, Clinica Medin- Lagoa- Portugal

    2019 - heute

    Privatpraxis, Family Medical Centre- Quinta do Lago- Portugal

    2017 - 2025

    Privatpraxis, Deutsches Facharzt Zentrum, Carvoeiro- Portugal

    2017

    Facharztprüfung in Orthopädie und Unfallchirurgie

    2012 - heute

    Parkklinik Manhagen, Hamburg- Deutschland

    2015 - 2017

    Orthopädiezentrum Kurfürstendamm, Berlin- Deutschland

    2014

    Doktor der Osteopathie - DO

    2012 - 2013

    Abteilung für Schulterchirurgie, Sporttraumatologie und Arthroskopische Chirurgie,

    Roland Klinik Bremen- Deutschland

    2010 - 2012

    Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie, Asklepios Klinik Nord Heidberg- Deutschland

    2009 - 2010

    Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Sana Klinikum Sommerfeld- Deutschland

    2009

    Promotion an der Universität Hamburg- Deutschland

    2008 - 2009

    Abteilung für Endoprothetik, Sana Klinikum Sommerfeld- Deutschland

    2002 - 2008

    Medizinstudium an der Universität Hamburg und Tauranga, Neuseeland

    • Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

    • Doktor der Osteopathie (DAAO)

    • Zertifizierter FDM-Therapeut (Fasziales Distorsionsmodell nach Typaldos)

    • Manuelle Medizin MWE

    • Fußchirurgie GFFC

    • Notfallmedizin

    • ATLS-Instruktor (Advanced Trauma Life Support)

    • Zertifizierter 800-Stunden-Yogalehrer

    • German

    • English

    • Portuguese

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Behandlungsschwerpunkte

Behandlung von Osteoarthritis

Hyaluronsäure vs. Plättchenreiches Plasma

Die Diagnose von Gelenkverschleiß ist eine der häufigsten Diagnosen in der orthopädischen Praxis. Besonders das Kniegelenk, das Hüftgelenk und die Hände sind anfällig für Verschleiß, aber auch alle anderen Gelenke können aufgrund von Schmerzen und eingeschränkter Bewegung die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen.

Typische Symptome von Gelenkverschleiß sind Schmerzen beim Starten und Belasten, insbesondere morgens und nach längerer Aktivität, oft begleitet von Steifheit. Die Schmerzen und Steifheit bessern sich normalerweise nach einer anfänglichen Bewegung am Morgen, können jedoch bei längerer Aktivität erneut auftreten. In fortgeschrittenen Stadien können die Patienten auch Schmerzen in Ruhe und während der Nacht verspüren.

Die typische Bewegungseinschränkung resultiert aus der Reduktion des Knorpels im Gelenk und Veränderungen in der Gelenkkapsel, den Sehnen und Muskeln um das Gelenk herum.

Die Diagnose von Gelenkverschleiß erfordert eine sorgfältige Befragung des Patienten, eine körperliche Untersuchung und bei Bedarf ein Röntgenbild.

Es stehen verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung. Die Aufrechterhaltung eines normalen Körpergewichts und die Vermeidung übermäßiger oder fehlgesteuerter Bewegungen führen oft zu einer Schmerzreduktion.

Sportarten, die das betroffene Gelenk entlasten, wie Radfahren oder Schwimmen, werden empfohlen. Das Gehen auf weichen Oberflächen wie Waldboden oder Gras unter Verwendung von Unterarmstützen oder Gehstöcken kann ebenfalls Linderung bringen.

Physikalische Maßnahmen wie Eis-/Kälteanwendungen bei akuten Schmerzen oder Schwellungen sowie Wärmeanwendungen auf die umgebenden Muskeln werden als angenehm und lindernd empfunden.

Physiotherapie oder beispielsweise Akupunktur sind wichtige begleitende Therapien. Akute Schmerzen und stark entzündetes Gewebe während eines Arthritis-Schubs können vorübergehend mit nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden, sofern keine Kontraindikationen vorliegen (wie bestimmte Herz- oder Magen-Darm-Erkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen).

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend Linderung bringen, können Injektionstherapien in das betroffene Gelenk in Betracht gezogen werden.

Generell werden zwei verschiedene Therapien unterschieden.

Die Injektionstherapie mit "plättchenreichem Plasma" hat bei leichtem bis mäßigem Gelenkverschleiß gute Ergebnisse gezeigt. In diesem Fall wird Blut aus der Armvene entnommen, durch Zentrifugation und Verhinderung der Gerinnung behandelt, um das Plasma aus dem Blut zu gewinnen. Das Plasma, das entzündungshemmende und wachstumsfördernde Bestandteile enthält, wird dann unter sterilen Bedingungen in das Gelenk injiziert, wo es auf den Knorpel und oft entzündete Synovialmembran wirken kann. Diese Therapie funktioniert auch sehr gut bei überlasteten oder chronisch entzündeten Sehnen, wie Tennisellenbogen, Achillessehnenreizung und Muskelverletzungen.

Bei moderaten oder schweren Veränderungen im Gelenkknorpel können die Schmier-, Stoßdämpfungs- und Ernährungsfunktionen der Synovialflüssigkeit mit Hyaluronsäure-Injektionen verbessert werden. Üblicherweise werden die Injektionen 3-5 Mal im wöchentlichen Abstand verabreicht.

Eine Operation mit der Implantation eines künstlichen Gelenks sollte nur bei sogenannter Therapieresistenz in Betracht gezogen werden, wenn die Behandlungen nicht erfolgreich waren und der Patient einen starken Wunsch danach äußert. Letztendlich liegt die Entscheidung immer beim Patienten, der Nutzen für seine Lebensqualität gegen die Risiken des Ergebnisses einer Operation abwägt.

Behandlungsschwerpunkt

Golferellenbogen und Tennisellenbogen

Die häufige medizinische Beschwerde eines Tennisellenbogens mit Schmerzen an der äußeren Seite des Ellbogens (Epicondylitis humeri radialis) und das etwas weniger häufige Problem eines Golferellenbogens mit Schmerzen an der inneren Seite des Ellbogens (Epicondylitis humeri ulnaris) werden durch schmerzhafte Gewebeveränderungen in den Sehnen des Ellbogens verursacht, die durch wiederholte Bewegungen der Handgelenks- und Handstrecker und -beuger entstehen.

Oft wird diese Beschwerde durch Tennis- und Golfsport verursacht, aber dieses Phänomen tritt auch bei Menschen auf, die in der Wartung arbeiten, lange Stunden an der Computer-Tastatur verbringen, in Reinigungsberufen tätig sind, Athleten in Ballsportarten oder allgemein durch intensive monoton belastende Beanspruchung der entsprechenden Muskeln des Unterarms. Eine ungewöhnliche Belastung (z.B. eine Hausrenovierung) oder eine schnelle Zunahme einer bestimmten Belastung (z.B. Wiederaufnahme des Trainings nach einer Pause) sind die Ursache für die Beschwerden. Diese Belastung kann zu einer Entzündung im sehnenhaften Bereich am Übergang von Knochen zu Muskulatur am Ellbogen führen.

Nicht nur die Verkürzung und Hypertonie der Muskeln des Unterarms, sondern auch eine fehlende Stabilisierung und ungünstige Koordination der Schultergürtel oder Veränderungen in der Halswirbelsäule aufgrund von Degeneration oder Blockaden führen zu den länger anhaltenden Symptomen der Epicondylitis.

Schmerzen, die durch entzündliche Prozesse und winzige Verletzungen, sogenannte Mikroverletzungen, verursacht werden, treten zunächst während der Belastung des Arms auf und später auch im Ruhezustand. Typischerweise strahlen die Schmerzen entlang des Muskulaturgewebes bis zum Unterarm aus.

Eine Diagnose kann bereits mit einer gründlichen Untersuchung gestellt werden. Bei der Untersuchung und der anschließenden Behandlung ist es wichtig, den Schultergürtel, die Halswirbelsäule und die Nervenfunktion einzubeziehen.

Die Behandlung sollte ganzheitlich sein. Maßnahmen zur Schmerzlinderung wie lokale Wärme oder Kälte, Salben mit entzündungshemmenden Cremes, z.B. mit Beinwell-Extrakt oder nächtliche Quarkwickel, sind vorteilhaft. Pflanzliche entzündungshemmende Präparate zur inneren Einnahme wie Bromelain oder Curcumin und in hartnäckigen Fällen auch die Einnahme von traditionellen entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen werden oft empfohlen.

Begleitet von manueller Behandlung der Sehneneinfügungen und Behandlung verspannter Muskeln durch einen Physiotherapeuten, idealerweise in Kombination mit physikalischen Methoden wie Ultraschalltherapie.

Spezielle Übungen zur Dehnung und Entspannung sind wichtig, auch in Form von täglichem Eigen-Training (konzentrisches Muskeltraining). Die zunehmend beliebte Faszienrolle kann die Entspannung verspannter Muskeln unterstützen und die Arbeit des Therapeuten fortsetzen.

Auch die sogenannte Epicondylitis-Bandage, die am Unterarm nahe dem Ellenbogen getragen wird, lenkt die Zugkraft der Muskeln von ihrem Ursprung am Ellenbogen auf weniger belastete Bereiche um und kann Linderung bringen.

Korrekt angewendete Kinesiotapes fördern eine erhöhte Durchblutung des betroffenen Bereichs und bewirken durch dauerhafte Umverlagerung des Bindegewebes eine Entspannung der verspannten Muskulatur darunter.

Sportler sollten ihre Techniken immer von einem erfahrenen Trainer überprüfen lassen, um Haltungsdefizite zu korrigieren.

Osteopathie mit lokaler und ganzheitlicher Behandlung ist sehr hilfreich, um die Dauer der oft monatelangen Symptome zu verkürzen.

Ein Satz spezifischer Übungen zur Selbstpraxis zu Hause wird dem Patienten oft mitgegeben.

Spritzen mit Kortison und Operationen werden mittlerweile normalerweise nicht mehr empfohlen.

Für Sportler hat sich eine langsame Steigerung jeglicher Belastung (sogenanntes Dosieren) und kontinuierliches Dehnen und Entspannen der Muskeln als sehr effektiv zur Vorbeugung wiederkehrender Verletzungen erwiesen.

Auch eine Stosswellentherapie kann die Heilung fördern und liefert sehr gute Ergebnisse bei chronischen Beschwerden.

In langen Beschwerdeverläufen zeigen Injektionen mit plättchenreichem Plasma, das aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wird, hervorragende Ergebnisse zur Beschleunigung der Heilung.

Behandlungsschwerpunkt

Stoßwellentherapie – moderne Behandlung von Sehnen- und Muskelbeschwerden

Die radiale Stoßwellentherapie ist ein modernes, nichtinvasives Behandlungsverfahren zur Therapie von Sehnenbeschwerden wie Sehnenverkalkungen oder Ansatztendinopathien, aber auch von Muskelverspannungen.

Sie wird seit vielen Jahren erfolgreich in der Orthopädie, Sportmedizin und Physiotherapie eingesetzt.

Wie funktioniert die radiale Stoßwellentherapie?

Bei der Behandlung werden hochenergetische Druckwellen über ein Handstück gezielt in das betroffene Gewebe geleitet. Diese Impulse stimulieren Stoffwechsel und Zellaktivität und unterstützen die natürliche Regeneration des Körpers.

Die Therapie wirkt unter anderem:

•⁠ ⁠durchblutungsfördernd,

•⁠ ⁠schmerzlindernd,

•⁠ ⁠muskelentspannend,

•⁠ ⁠stoffwechselaktivierend,

•⁠ ⁠und entzündungshemmend.

Besonders bei chronischen Beschwerden kann die Stoßwellentherapie helfen, verhärtete oder gereizte Strukturen wieder beweglicher zu machen und die Heilung zu unterstützen.

Vorteile der Stoßwellentherapie

Ein großer Vorteil der radialen Stoßwellentherapie ist ihre nichtinvasive Anwendung.

Die Behandlung erfolgt ambulant und dauert meist nur wenige Minuten. Viele Patientinnen und Patienten berichten bereits nach wenigen Sitzungen über eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Bei der radialen Stosswellentherapie werden bis zu 6-8 Behandlungen durchgeführt.

Häufige Einsatzgebiete

Die radiale Stoßwellentherapie kann bei vielen orthopädischen und muskulären Beschwerden eingesetzt werden, zum Beispiel bei:

•⁠ ⁠Muskelverspannungen,

•⁠ ⁠Triggerpunkten,

•⁠ ⁠Fersenschmerzen und Plantarfasziitis,

•⁠ ⁠Achillessehnenbeschwerden,

•⁠ ⁠Tennisellenbogen,

•⁠ ⁠Schulterbeschwerden,

•⁠ ⁠Nacken- und Rückenschmerzen,

•⁠ ⁠Sehnenreizungen,

•⁠ ⁠Überlastungssyndromen,

•⁠ ⁠sportbedingten Beschwerden.

Behandlungsschwerpunkt

Zehenspitzengang bei Kindern

Viele Kinder laufen zeitweise auf den Zehenspitzen.

Im frühen Kindesalter kann dies Teil der normalen motorischen Entwicklung sein. Besteht der Zehenspitzengang jedoch dauerhaft oder nimmt mit dem Wachstum zu, sollte eine gezielte medizinische Abklärung erfolgen.

Lange wurde der sogenannte „idiopathische Zehenspitzengang“ als reine Gewohnheit betrachtet. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse – unter anderem aus den Arbeiten von David Pomarino – zeigen jedoch, dass bei vielen betroffenen Kindern neurologische, neuromuskuläre oder genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen können.

Der Zehenspitzengang beschreibt zunächst lediglich ein auffälliges Gangmuster: Das Kind läuft überwiegend auf dem Vorfuß, ohne die Ferse vollständig aufzusetzen. Dahinter können sehr unterschiedliche Ursachen stehen.

In der klinischen Betrachtung ist es besonders wichtig, mögliche neurologische oder muskuläre Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen. Denn nicht selten zeigen Kinder mit Zehenspitzengang Hinweise auf:

•⁠ ⁠genetische Prädispositionen,

•⁠ ⁠hereditäre Neuropathien,

•⁠ ⁠muskuläre Entwicklungsstörungen,

•⁠ ⁠sensorische Verarbeitungsauffälligkeiten,

•⁠ ⁠neuromuskuläre Erkrankungen,

•⁠ ⁠oder zentrale Koordinationsstörungen.

Welche Erkrankungen können mit Zehenspitzengang verbunden sein?

Ein persistierender Zehenspitzengang kann unter anderem bei folgenden Erkrankungen oder funktionellen Störungen auftreten:

•⁠ ⁠hereditäre motorisch-sensible Neuropathien (z. B. Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung),

•⁠ ⁠milde Formen cerebraler Bewegungsstörungen,

•⁠ ⁠hereditäre Muskelerkrankungen und Myopathien,

•⁠ ⁠Störungen der Muskelspannung,

•⁠ ⁠autismusassoziierte Bewegungsmuster,

•⁠ ⁠sensorische Integrationsstörungen,

Auch wenn viele Kinder zunächst unauffällig erscheinen, zeigen sich bei genauer Untersuchung häufig subtile Auffälligkeiten in Muskelspannung, Koordination, Gleichgewicht oder Bewegungssteuerung.

Ein länger bestehender Zehenspitzengang kann Auswirkungen auf die gesamte körperliche Entwicklung haben. Häufig entstehen im Verlauf:

•⁠ ⁠Verkürzungen der Wadenmuskulatur und Achillessehne,

•⁠ ⁠Einschränkungen der Sprunggelenksbeweglichkeit,

•⁠ ⁠Veränderungen der Fußstatik,

•⁠ ⁠Haltungsauffälligkeiten,

•⁠ ⁠Knie-, Hüft- oder Rückenschmerzen,

•⁠ ⁠Unsicherheiten beim Gleichgewicht und Laufen.

Je früher mögliche Ursachen erkannt werden, desto gezielter kann behandelt werden. Deshalb umfasst eine moderne Diagnostik nicht nur die Betrachtung des Gangbildes, sondern auch neurologische, orthopädische und funktionelle Aspekte.

Unsere klinische Herangehensweise

Bei Kindern mit Zehenspitzengang führen wir eine umfassende klinische Untersuchung durch. Dabei beurteilen wir unter anderem:

•⁠ ⁠Bewegungsmuster und Gangbild,

•⁠ ⁠Muskelspannung und Kraft,

•⁠ ⁠Beweglichkeit der Gelenke,

•⁠ ⁠Koordination und Gleichgewicht,

•⁠ ⁠neurologische Auffälligkeiten,

•⁠ ⁠familiäre Häufungen,

•⁠ ⁠Hinweise auf neuromuskuläre Erkrankungen.

Bei Bedarf führen wir ergänzend genetische Untersuchung durch, um mögliche Ursachen frühzeitig zu erkennen.

Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache und der individuellen Entwicklung des Kindes. Ziel ist nicht nur die Veränderung des Gangbildes, sondern die Verbesserung der gesamten Bewegungsfunktion.

Je nach Befund können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:

•⁠ ⁠Nachtlagerungsschienen oder spezifische Einlagen

•⁠ spezialisierte Physiotherapie

•⁠ ⁠neurologische Mitbetreuung

•⁠ ⁠interdisziplinäre Entwicklungsdiagnostik

•⁠ minimalinvasive chirurgische Therapie

Eine frühzeitige und differenzierte Beurteilung kann helfen, funktionelle Einschränkungen zu vermeiden und die motorische Entwicklung nachhaltig zu unterstützen.

Behandlungsschwerpunkte

Wenn der Rücken schmerzt - Das obere und untere Kreuzsyndrom

Nacken- und Rückenschmerzen nehmen in unserer Gesellschaft heute signifikant zu. Fast jeder hat im Laufe seines Lebens Nacken- oder untere Rückenschmerzen erlebt. Nicht nur langes Sitzen, Computerarbeit, schlechte Haltung und mangelnde Bewegung tragen zu diesen Problemen bei, sondern Stress ist auch eine häufige Ursache für diese Beschwerden. Ein erfahrener Therapeut oder Praktizierender kann wiederkehrende muskuläre Ungleichgewichte, bekannt als Dysfunktionen, identifizieren, indem er die stehende und sitzende Haltung des Patienten beobachtet und einige Palpationstechniken durchführt.

Bei Nackenschmerzen beobachtet der Therapeut normalerweise einen gerundeten Rücken, mit dem Kopf und den Schultern leicht nach vorne gebeugt und der Nacken durch verstärktes Runden kompensiert. Dies wird als Oberes Kreuzsyndrom oder oberes gekreuztes Syndrom bezeichnet. In diesem Zustand sind die Muskeln vorne am Hals und zwischen den Schulterblättern (die die Schulterblätter zurückziehen) schwach, während der Trapezmuskel (auch Kapuzenmuskel genannt) und die Brustmuskeln verkürzt, angespannt und straff sind. Dies kann zu verschiedenen Beschwerden führen, darunter Nackenschmerzen, taube Finger, ausstrahlende Schulterbeschwerden, Migräne, Schwindel, Tinnitus oder ein störendes Spannungsgefühl.

Das Untere Kreuzsyndrom zeichnet sich durch schwache Bauch- und Gesäßmuskeln sowie verkürzte und angespannte Rücken- und Hüftbeugemuskeln aus. Dieses Ungleichgewicht tritt besonders bei Personen auf, die lange sitzen und sich wenig bewegen, und kann Rückenschmerzen, ausstrahlende Beinschmerzen, muskuläre Verspannungen, Steifheit und manchmal sogar Bauchbeschwerden aufgrund der angespannten Hüftbeuger (auch Psoasmuskel genannt) verursachen.

Linderung kann durch Muskelentspannung durch einen Physiotherapeuten oder Osteopathen, die Anwendung von Kinesiologie-Tape auf den verspannten Muskeln oder in schweren Fällen durch Injektionen von Lokalanästhetika in stark verspannte Muskeln erreicht werden. Regelmäßige Übungen mit den immer beliebter werdenden Faszienrollern tragen ebenfalls zur Entspannung verspannter Muskeln bei. Es ist jedoch entscheidend, die verkürzten und verspannten Muskeln regelmäßig zu dehnen und die schwachen Muskeln zu stärken. Die Haltung kann verbessert werden, indem man aufrecht steht und sitzt und gleichzeitig die Muskeln zwischen den Schulterblättern durch Zurückziehen aktiviert und den Kopf aus der nach vorne geneigten Haltung in die neutrale Position über der Wirbelsäule schiebt, um die Symptome des Oberen Kreuzsyndroms zu lindern. Darüber hinaus ist es wichtig, verspannte Muskelgruppen wie den Trapezmuskel oder die Brustmuskeln zu dehnen.

Beim Unteren Kreuzsyndrom helfen die Aktivierung der Bauchmuskeln und das Training der Rotation des Oberkörpers mit Hilfe der Kernmuskulatur zur Stabilisierung. Das Dehnen und somit die Entspannung des verspannten Hüftbeugers sowie gleichzeitig das Stärken der schwachen Gesäßmuskeln sind wesentliche Bestandteile der Trainingsbehandlung. Die besten Ergebnisse können erzielt werden, indem die Haltung bewusst angepasst und regelmäßig mit einem qualifizierten Therapeuten trainiert wird, der die Übungen von Anfang an anleiten und eventuelle kleine Ausführungsfehler korrigieren kann. Selbst regelmäßiges zügiges Gehen mit aufrechter Haltung und das Nutzen der Arme beim Gehen oder regelmäßiges Schwimmen können zu einer anfänglichen Muskelaktivierung führen. Es ist ratsam, nur während akuter Schmerzzustände und möglichst nur für kurze Zeit zu ruhen. Denn es ist in der Bewegung, dass die ersten Erfolge sichtbar werden.